Dieser Beitrag ist zum Nachdenken eingefügt und wurde von Frau Lachman NY USA übernommen. Falls jemand die Aufregung wegen der paar Bienen nicht versteht und meint, andere Tierarten seien ja auch ausgestorben, der weiss nicht, wieviel für uns Menschen auf dem Spiel steht. Der größte Teil der Natur ist auf die Bestäubung durch diese Tiere angewiesen. Leider machen sich darüber nur die wenigsten Gedanken. Warum diese Bienen verschwinden, weiss ich genausowenig wie andere. Ich könnte mir aber einen Zusammenhang mit Strahlungen vorstellen. Das Bienenverschwinden findet auch bei uns in der Schweiz statt. Zwar noch nicht so gravierend wie in den USA aber es ist alarmierend und sollte von den Behörden nicht heruntergespielt werden. Evt. haben Bienen ein ähnliches Problem wie die Wale, die auf ihr eingebautes Navigationssystem als Ortung angewiesen sind. Einstein sagte einmal: Wenn keine Bienen mehr sind, haben die Menschen noch 4 Jahre zu überleben. R. Hertach
Von Jennifer Lachman, New York Ein mysteriöses Bienensterben erschüttert die USA – und neuerdings auch Europa: Täglich verschwinden Zehntausende Insekten. Mittlerweile ist eine Milliarden schwere Industrie in Gefahr. Eigentlich kann Dan Conlon nicht mehr viel aus der Ruhe bringen. Seit mehr als 40 Jahren betreibt der Amerikaner seine kleine Imkerei im beschaulichen South Deerfield im US-Bundesstaat Massachusetts. In dieser Zeit hat der 56-Jährige schon viel gesehen: "Bienen zu züchten war schon immer ein schwieriges Geschäft", sagt Conlon. Doch so ungern er auch an die große Milbenplage in den Achtzigern zurückdenkt oder die Sorgen beschreibt, die ihm die sensiblen Reaktionen seiner Bienenkolonien auf diverse Umwelteinflüsse seit Jahren bereiten: Was sich derzeit in den Bienenzuchten der USA – vor allem in den nordöstlichen Staaten – abspielt, das hat es so noch nicht gegeben. "Das ist neu, ein absolutes Rätsel", sagt der Imker. Seit Ende vergangenen Jahres berichten immer mehr Bienenzüchter vom spurlosen Verschwinden unzähliger Insekten. Manche Imker verlieren urplötzlich vollständige Kolonien, auf einen Schlag lösen sich jeweils bis zu 60.000 Insekten in Luft auf. "Üblicherweise bleiben nur eine Königin und eine kleine Anzahl Arbeiterinnen zurück", beschreibt Caird Rexroad, Bienenexperte des US-Landwirtschaftsministeriums, das Phänomen. Aber warum verlassen die Tiere ihren Stock? Wieso kehren sie nicht zurück? Und: Wo bleiben sie? Die Experten sind ratlos, es gibt nicht den geringsten brauchbaren Anhaltspunkt. Die Tiere verschwinden scheinbar ohne Grund, und in der Regel werden noch nicht einmal die toten Bienen entdeckt. Längst ist die amerikanische Wissenschaft alarmiert, aber auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft zeigen sich inzwischen höchst beunruhigt. Colony Collapse Disorder (CCD) haben die Forscher das Rätsel getauft; das US-Repräsentantenhaus widmete dem Thema kürzlich sogar eine spezielle Anhörung. "Es geht um viel, viel mehr als nur um ein paar Bienen. Etwa ein Drittel aller frischen Nahrungsmittel, also ein großer Teil der gesamten Obst- und Gemüseproduktion in den USA, ist von den kleinen Insekten abhängig – denn die Pflanzen müssen bestäubt werden. Imker wie Dan Conlon nutzen ihre Bienen daher nur teilweise, um Honig zu gewinnen. Sehr häufig verleihen die Züchter ihre Stöcke an die Farmer: Sie fahren durchs ganze Land und setzen die Insekten für ein paar Tage unter Mandelbäumen, auf Blaubeerfeldern oder anderen Plantagen aus. Für die diesjährige Mandelernte könnte die mysteriöse Bienenkrankheit sogar schon das Aus bedeuten: Allein in Kalifornien benötigen die Farmer, um eine durchschnittliche Ernte zu erzielen, rund 1,3 Millionen Bienenkolonien. "Wegen CCD kann diese Nachfrage nicht mehr gedeckt werden", hat Caird Rexroad vom US-Landwirtschaftsministerium beobachtet. Die unmittelbaren Folgen: Ernteausfälle, Knappheiten und steigende Preise. "Der Preis für einen Stock hat sich auf rund 150 Dollar verdreifacht", weiß Imker Dan Conlon."Das Problem ist sehr, sehr ernst", warnt Paul Jackson von der Texas A & M University. Und die Zeit drängt, denn mittlerweile wurden ähnliche Vorfälle auch in Deutschland und in der Schweiz beobachtet. Um so frustrierter sind die Bienenkenner darüber, dass sie nach wie vor im Dunkeln tappen: "Um es auf den Punkt zu bringen: Wir haben keine Ahnung, was die Insekten so verstört", sagt Jackson. Nur eines hat das US-Landwirtschaftsministerium bereits in Erfahrung gebracht: "Alle Züchter, denen Bienen abhanden gekommen sind, hatten etwa zwei Monate zuvor bemerkt, dass ihre Kolonien ungewöhnlich gestreßt und aufgeregt waren", berichtete Caird Rexroad während der Anhörung vor dem US-Repräsentantenhaus. Die Vermutung: Verseuchtes Wasser, die Inzucht innerhalb der einzelnen Kolonien oder sogar die langen Wege zu den Farmen hätten das Immunsystem der Bienen im Vorfeld ihres Verschwindens geschwächt. Aber erst ein weiterer, bislang unbekannter Faktor gibt den Ausschlag für das Verschwinden der Tiere: "Manche vermuten, dass die Insekten von Pestiziden vergiftet werden, andere denken, dass sie an einer bislang unbekannten Krankheit leiden", sagt Paul Jackson. Andere Bienenkenner befürchten eine Rückkehr der Varroamilbe, die in den 1980ern für ein dramatisches Massensterben sorgte. Aber der Verdacht ist vage, und damit in guter Gesellschaft: Klimawandel, gentechnisch veränderte Pflanzen, Monokulturen – die Liste der denkbaren Ursachen ist schier endlos. Es kursierte sogar schon die Idee, dass Mobilfunknetze die Bienen verwirren könnten und die Tiere deswegen die Orientierung verlören. Diese Theorie hält der Imker Dan Conlon jedoch für eher unwahrscheinlich: "Viele der Züchter leben in sehr ländlichen, wenig besiedelten Gegenden, in denen es kaum Masten und damit auch keine Strahlenbelastung gibt", gibt er zu bedenken. Eine bessere Antwort auf die Frage, warum und wohin die Bienen verschwinden, hat natürlich auch Conlon nicht: "Aber ich weiß, dass die Lage ernst ist." Die Biene sei ein extrem sensibles Tier, erklärt der Züchter – und vergleicht sie mit dem berühmten Kanarienvogel, den Bergarbeiter früher mit unter Tage nahmen: "Fiel der Vogel tot um, war das ein schlechtes Zeichen." Zwar hatte der Imker aus South Deerfield bislang Glück: Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen sind ihm noch keine Insekten abhandengekommen. Damit das so bleibt, investiert er jetzt in russische Bienen, da diese als besonders hartnäckig und resistent gelten. Von einem anderen Standpunkt aus betrachtet sieht Conlon sich dennoch betroffen. Er hält das derzeitige Phänomen für ein Warnsignal der Natur: "Wir Menschen müssen endlich begreifen, dass wir nicht so weiterleben können wie bisher, ohne dafür den Preis zu zahlen."
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